Helgoland – Eine andere Welt

Informationen über die subjektiv schönste Insel Deutschlands am Golfstrom, Neuigkeiten und Veranstaltungen auf Helgoland – und ein bisschen "Kraut und Rüben" aus der Kartoffelallee

Helgoland – Öffentliche Sitzung des Wirtschaftsausschusses Schleswig-Holstein am 4. Oktober 2010

In der Nordseehalle Helgoland hat Heute die öffentliche Sitzung des Wirtschaftsausschusses Schleswig-Holstein stattgefunden.  Journalisten (NDR, Flensburger Tageblatt,…,) und hochrangige Politiker aus Schleswig-Holstein sowie viele Wirtschaftsvertreter haben sich auf den Weg auf die Insel gemacht, um an dieser Sitzung teilzunehmen.

Die kurze Redezeit von 10 Minuten für jeden Sprecher hat zur Kurzweiligkeit dieses  „Helgoland-Tages des Wirtschaftsausschusses“ beigetragen.  Insgesamt eine gelungene Veranstaltung, so dass ich mich wundere, dort nicht mehr junge Gäste gesehen zu haben.

Vielleicht lag es am recht trocken klingenden Titel der Veranstaltung – der großen Runde hätten jedoch mehr engagierte Helgoländer als Zuhörer/innen und/oder Diskussionsteilnehmer gut gestanden. Abwesend war auch der neu gewählte Helgoländer Bürgermeister Jörg Singer, der sein Amt am 01. Januar 2011 auf der Insel antreten wird. So hat er eine gute Gelegenheit verpasst, sich den wichtigen Politik-, Medien- und Wirtschaftsvertretern bereits vorab persönlich vorzustellen. Auch die Glückwünsche zu seiner gewonnen Wahl, die Herr Jens Assheuer von der WindMW GmbH (Realisierungs- und Betreibergesellschaft für Offshore Windkraftanlagen) ihm hat zukommen lassen wollen, haben ihren Empfänger in dieser Runde nicht erreicht.

Ein großer Anteil der Rede-Zeit wurde auf das Thema „Offshore Windparks“ vor Helgoland verwandt.  Jost de Jager,  seit Oktober 2009 Minister für Wissenschaft, Wirtschaft und Verkehr des Landes Schleswig-Holstein, geht davon aus, dass im Jahr 2013 der erste Strom aus den Offshore-Anlage vor Helgoland fließen wird. Technische Schwierigkeiten und ein erhöhter Kapitalbedarf führten nach seinen Angaben zu Zeitverzögerungen. Er geht nach Fertigstellung der Windparks von einer Schaffung von 80 bis 100 Arbeitsplätzen für Helgoland aus.

Helgolands Bürgermeister Frank Botter hatte aufgrund seiner gelungenen Präsentation, die u.a. Friesen (des Friesentreffens)  beim Seilziehen zeigte (sinngemäß des Mottos „Nur wenn man gemeinsam an einem Strang zieht, kommt man ans Ziel“), nicht nur die Lacher auf seiner Seite. Auch für seine weiteren Ausführungen erhielt er viel Applaus.
Ein Auszug aus den von ihm genannten Statistik-Zahlen: Zum heutigen Tag sind 1.425 Einwohner auf der Insel gemeldet. Davon sind 91 Bürger noch Schüler, 360 Einwohner sind älter als 65 Jahre und 7 Helgoländer sind noch als Fischer tätig.

Herr Botter berichtete auch von einer vorliegenden Anfrage einer Schiffswerft die sich, wenn ich es richtig verstanden habe, auf Helgoland ansiedeln möchte.Weiter betonte er die Wichtigkeit, die Einwohner Helgolands in die nächsten wichtigen Entscheidungen durch Workshops und einen Bürgerentscheid mit einzubeziehen. Sowohl Herr Frank Botter als auch der spätere Sprecher, Peter Singer (der irrtümlich in einem vorab erschienenen Zeitungsartikel wg. des gleichlautenden Nachnamens als neuer Bürgermeister Helgolands betitelt wurde), wiesen darauf hin, dass die heutigen Kapazitäten der Gemeindeverwaltung nicht ausreichend seien, um Projekte dieser Größenordnung personell bewältigen zu können.

In seiner weiteren Rede führte später Herr Peter Singer aus, dass die Planungen bis zum Frühjahr 2011 abgeschlossen sein sollen. Dabei bezeichnet er die Zeitschiene als „mehr als sportlich“, da zahlreiche Faktoren aus den Bereichen Finanzierung und Flächenmanagement der Klärung bedürfen. Gleichzeitig betont Herr Singer jedoch die „enormen Chancen“, die sich aus der Realisierung ergeben würden.

Dr. Hans-Heinrich Witte, Präsident der Wasser- und Schifffahrtsdirektion Nord des Bundes, wies in seiner Ansprache auf die besondere Bedeutung des Helgoländer Vorhafens und Südhafens (der im Eigentum des Bundes liegt)  als Schutz- und Sicherheitshafen hin. Diese Bedeutung stünde an erster Stelle. Weiter führte er (sinngemäß wiedergegeben) aus: Über  weitere notwendige Nutzungen könne man sprechen, wenn die behördlichen Vorschriften eingehalten werden würden. Herr Dr. Witte wies auch auf die besonderen Sicherheits-Herausforderungen hin, die die neuen Offshore Windparks für die Seeschiffahrt bedeuten würden.

Herr Jens Assheuer von der WindMW GmbH (Realisierungs- und Betreibergesellschaft für Offshore Windkraftanlagen) sprach u. a. von den Flächen, die auf Helgoland benötigt werden würden, um auf  der Insel einen Standort als Servicehafen für die Windkraftanlagen zu schaffen:
Neben der Nutzung und Anpassung der Kaianlagen und  Umschlags- und Schiffs-Dauerliegeplätzen würde ein ca. 1.000 qm großes Grundstück für eine Lagerhalle in einer Größe von 600 bis 700 qm benötigt werden. Für 30 bis 40 Mitarbeiter müssten Wohnunterkünfte gebaut werden. Hierfür stellte er bereits einen zeichnerischen Entwurf vor, wie ein solches Wohngebäude aussehen könne. Auch Dienstleistungen aus den Bereichen Wäscherei, Zimmerreinigung, Gebäude-Instandhaltung, Fahrdienst u.a. würden gegebenenfalls benötigt. Während der Bauzeit rechnet Herr Assheuer mit 60-80 Mitarbeitern, die für den Zeitraum von ca. 1,5 Jahren auf der Insel beschäftigt sein würden.

Rudolf Neuwirth, Wirtschaftsingenieur bei E.on, geht ebenfalls davon aus, dass 40-50 Mitarbeiter ihren Arbeitsplatz auf der Insel finden würden. Neben einer Kai-Nutzung und der Schaffung von Büro- und Lagerflächen sowie Mitarbeiter-Unterkünften sieht er die Notwendigkeit für die Nutzung eines Hubschrauber-Landeplatzes, um auch bei Schlecht-Wetter-Perioden die Versorgung der Windkraftanlagen sicherzustellen. Vorranging soll diese Versorgung jedoch mit Schiffen durchgeführt werden. (Hier ein Artikel zu einem Hochsee-Windpark der Firma E.on).

(Fortsetzung folgt)

Hinweis:
Sollte sich einer der Sprecher falsch verstanden oder nicht vollständig korrekt wiedergegeben fühlen, so freue ich mich auf eine persönliche Nachricht per Mail an theahamburg@web.de .
( Soviel hochrangige Wirtschaft und Politik machen mir ein bisschen Angst.)
Vielen Dank!

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