Helgoland – Eine andere Welt

Informationen über die subjektiv schönste Insel Deutschlands am Golfstrom, Neuigkeiten und Veranstaltungen auf Helgoland – und ein bisschen "Kraut und Rüben" aus der Kartoffelallee

Michael Rutz – und ein Ausflug in die Architektur-Geschichte von Helgoland

Michael Rutz schreibt für den „Rheinischer Merkur“. Wahrscheinlich kommt das öfter vor – und wenn er immer so gut recherchiert, wie er das lesbar für seinen Artikel „Fels in der Brandung“ in der gestrigen Ausgabe getan hat, ist er ein Grund, öfter einen Blick in diese Zeitung zu werfen. (Und dass es mittlerweile auch Flüge von Hamburg nach Helgoland gibt, kann ja jemand mit der Kommentarfunktion unter dem Artikel kurz erwähnen.)

Ein Auszug (Ausgabe vom 07.07.2010)
Helgoland ist etwas für Individualisten, die nicht unbedingt andere sehen und gesehen werden müssen; die sich nicht in Schale schmeißen wollen, wenn sie mal eben essen gehen; die ihre Ruhe haben wollen in erholsamem Klima, weit weg von allen anderen, um mit sich und der Welt wieder ins Reine zu kommen.“

Den ganzen Artikel gibt es dort drüben.

Dabei fällt mir ein, dass ich zu zu Isas Blogeintrag über Helgolands schlichte Schönheit noch etwas hinzufügen wollte. Einige Fotografien, die vielleicht besser als Worte erklären, warum die Architektur auf Helgoland etwas besonderes ist. So hat z.B. Friedrich Spengelin (Mitglied der Akademie der Künste in Berlin, der Freien Akademie der Künste Hamburg, der Deutschen Akademie für Städtebau und Landesplanung u.v.m.) das Kurhaus auf Helgoland geplant.

Wiederaufbau-Architektur der 60er Jahre auf Helgoland

Wiederaufbau-Architektur der 60er Jahre auf Helgoland

Bauhaus-Architekten planen Helgoland

Eine wesentliche Rolle beim Wiederaufbau spielt auch Otto Bartning:
„Otto Bartning (1883–1959) zählt zu den wegweisenden Architekten des 20. Jahrhunderts, der einer neuen Architektenausbildung gemäß der Bauhaus-Idee und dem Neuen Bauen zum Durchbruch verhalf.“

Ab 1952 ist er maßgeblich am Wiederaufbau der Insel Helgoland beteiligt. 1955 wird er in die Berliner Akademie der Künste gewählt und zum städtebaulichen Berater des Berliner Bausenators bestellt.“
Mehr lesen: Dort.

Versetzte Häuser und wo immer möglich ein Meerblick: Baupläne zum Wiederaufbau von Helgoland befinden sich im Schleswig-Holsteinischen Archiv für Architektur und Ingenieurbaukunst (AAI) in Schleswig.

Versetzte Häuser und wo immer möglich ein Meerblick: Baupläne zum Wiederaufbau von Helgoland befinden sich im Schleswig-Holsteinischen Archiv für Architektur und Ingenieurbaukunst (AAI) in Schleswig.

„Entwürfe für das „Aquarium“ und die „Biologische Anstalt Helgoland“ stammen von Gustav Hassenpflug. Hier ein Auszug aus seiner Biographie:
Gustav Hassenpflug
(* 12. April 1907 in Düsseldorf; † 22. Juli 1977 in München) war ein deutscher Architekt, Designer und Hochschullehrer. Ab 1928 arbeitete er für Marcel Breuer, Fred Forbát und Walter Gropius in Berlin.“
Mehr über ihn findet man bei Wikipedia.

Was ein Architekt aus Sibirien mit dem Aufbau von Helgoland zu tun hatte, erfährt man, wenn man den Namen "Godber Nissen" einmal google-t

Was ein Architekt aus Sibirien mit dem Aufbau von Helgoland zu tun hatte, erfährt man, wenn man den Namen "Godber Nissen" einmal google-t

Beteiligt am Bau des Krankenhauses auf Helgoland war Konstanty Gutschow.

„Gutschows exponierte Stellung während des sog. „Dritten Reiches“ veranlasst die britische Militärregierung, ihm weitere Betätigung zu untersagen und im Rahmen eines Entnazifizierungsverfahrens im Jahre 1949 wird ihm das Verbot auferlegt, für öffentliche Auftraggeber tätig zu werden.

“ Später erhält er weitere Bauaufträge. Zitat aus einem Artikel (Link siehe unten): „Eine Tatsache, die der von Bernhard Pfau gegründete Architektenring Düsseldorf stark kritisiert und in einer Denkschrift zu der Bemerkung veranlasst: „Tatsächlich wird Düsseldorf zu einem Zentrum der ehemaligen Nazi-Prominenz“.“ Wer hierüber mehr lesen möchte, kann das in diesem Artikel tun.

Es gibt viel zu entdecken, wenn man erst einmal anfängt, sich mit der Architektur der Insel zu beschäftigen.


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Die Sehnsucht der Helgoländer

„So, wie wir uns in der Stadt das Meer machen, mit Teichen und Seen, macht sich der Helgoländer das Land. Weil es das ist, wonach er sich sehnt.“

Einen sympathischen Artikel über die Kleingärten auf Helgoland hat die TAZ veröffentlicht.

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Die Hummerbuden auf Helgoland

Begehrt sind sie, die Hummerbuden auf Helgoland. Die Helgoländer Fischer haben früher in ihnen gewohnt und gearbeitet. Eine von ihnen zu kaufen, ist fast nicht möglich. Die Buden, d.h., ein großer Teil davon, wurden und werden von der Gemeinde per Gemeinderatsbeschluss an Bewerber vergeben, die ihnen zu dem Konzept „Kunst, Kultur und Knieper“ als passend erscheinen.

James Krüss hat sie in seinem Buch „Mein Urgroßvater und ich“ einfach auf das Helgoländer Oberland verlegt. Warum er das getan hat, bleibt sein Geheimnis.

Einige der Hummerbuden stelle ich vor:

Da gibt es die De Tiinerbuud. Im Sommer ist sie von 10.30 Uhr bis 18.30 Uhr geöffnet. Im Winter bekommt man hier leckere Suppen und zu jeder Jahreszeit erhält man in dieser Hummerbude Fischbrötchen und Knieper. Nett ist die Frage auf den Internetseiten von De Tiinerbuud: Wie geht das Knieper essen? Die Antwort: Man bekommt es dort persönlich gezeigt. Tiiner (sprich: Tiehner) ist übrigens das helgoländische Wort für Hummerkorb. Und das Wort Buud (sprich: Buu, das d wird nicht ausgesprochen) steht im Helgoländischen für Bude.

Fischbrötchen in der Tiinerbuud. Der momentane ‘Renner der Saison: 2 Riesengarnelen im Brötchen.

Fischbrötchen in der Tiinerbuud. Der momentane ‘Renner der Saison´: 2 Riesengarnelen im Brötchen.

Ab dem 01. August 2009 öffnet die Hummerbude Helgoländer Hochseegalerie von Detlev Rickmers seine Türen. Kunst-Liebhaber können dann von der kleinen Skulptur bis zum großen Bild ein Stück Helgoland mit nach Hause nehmen. In seinem Rickmers Galerie Restaurant kann man vorab schon sehen, dass das Kunst-Interesse von Herrn Rickmers nicht geschäftlicher Natur ist. Denn in diesem Restaurant findet sich die größte Sammlung von Kunst rund um das Thema Helgoland, die es auf der Welt gibt. Dort sind die Bilder unverkäuflich – aber ein Besuch in Galerie und Restaurant lohnen sich allemal.

Das Hotel Rickmers Insulaner liegt direkt neben den Hummerbuden von Helgoland.

Das Hotel Rickmers Insulaner liegt direkt neben den Hummerbuden von Helgoland.

Es war Inger Ludwig, Besitzerin der BUDE 31, die als Erste die Idee hatte, den Roten Feuerstein von Helgoland zu Schmuck zu verarbeiten. Sie nutzt und interpretiert das Naturdesign der einzelnen Scheiben. Der sogenannte rote Diamant der Insel ist vielleicht nicht für jedermanns Geschmack – trotzdem lohnt sich ein Besuch in der Bude 31. Neben dem Schmuck aus dem Feuerstein findet man dort Ketten aus Perlen, aus Silber, aus Gold, Armbänder und Ringe aus verschiedenen Materialien und kleine Kunstgegenstände, die liebevoll ausgesucht sind.

Schmuck aus Helgoländer Feuerstein. Jedes Schmuckstück ist von Färbung und Form ein Unikat.

Schmuck aus Helgoländer Feuerstein. Jedes Schmuckstück ist von Färbung und Form ein Unikat.

Etwas ganz anderes bietet die Hummerbude Nr. 38/39. Dort erwartet die Helgoländer Standesbeamtin all die, die auf der Insel den Bund fürs Leben schließen wollen. Zwar hat Helgoland keinen Leuchtturm, in dem man sich das Ja-Wort geben kann. Vielleicht macht es aber das gerade wieder reizvoll, denn nach meiner privaten Meinung sind die sogenannten Leuchtturm-Arrangements für Hochzeiten inzwischen so zahlreich vorhanden und als buchbares Paket perfektioniert, dass das besondere daran verloren gegangen ist. Das Standesamt Helgoland bietet ebenfalls ein Rundum-Package an – das muss man jedoch nicht nutzen sondern kann seine Hochzeit auch selbst individuell gestalten.

Hummerbuden auf Helgoland - Foto von peTHOmo, gesehen auf Heise Fotos.

Hummerbuden auf Helgoland - Foto von peTHOmo, gesehen auf Heise Fotos.

Vielen Dank an peTHOmo, dass ich das o.s. Hummerbuden-Bild mit nachträglicher Zustimmung verwenden darf. Leider habe ich zu spät danach gefragt. Ich bitte herzlich um Verzeihung. – Siehe Kommentar.

Alle Helgoländer und deren Gäste können auf der Insel zum Meeresbürger werden. Wie das geht, erzählen die Internetseiten von meeresbürger.de. Der Verein Jordsand e. V. zeigt Ihnen gern bei vogelkundlichen Führungen und naturkundliche Führungen am Lummenfelsen die Natur Helgolands. Auch Führungen auf der Helgoländer Düne bietet der Vogelschutzverein in der Saison regelmäßig an. All das findet man in der Hummerbude 35. Die Telefonnummer ist 04725/77 87. „Die Natur erhalte dieses Wunder im Meer, erhalte diesen Ruheplatz im sinnverwirrenden Tempo unseres alltäglichen Lebens“, schrieb einmal ein alter Helgoländer. Hier können Sie dazu beitragen.

Kunst bestimmt das Innenleben der Hummerbude 33. Die Galerie der Künstlergruppe PARADOX hat sich dort niedergelassen. Genaue Informationen über die Nutzung und zu Workshops gibt es bei: PARADOX c/o B. J. Antony , Am Hemmerich 2, 35102 Lohra, Ruf: 06462-9140456. Als ich im Juni 2009 auf der Insel war, bot die Paradox-Gruppe mehrstündige Kunstkurse für Jedermann an. Einfach mal nachfragen.

In den nachgestellten Hummerbuden beim Museum findet sich die lohnenswerte James Krüss Hummerbude. Sehr charmant beschrieben wurde sie in einem Artikel in der TAZ von Roger Repplinger. Dem ist eigentlich nichts mehr hinzuzufügen.

Frau Lilo Tadday besucht man in der Hummerbude 33 in der wohl „kleinsten Fotogalerie Deutschlands“ (FAZ). Eventuell ist man ihr auch schon bei der Anreise nach Helgoland begegnet, denn manchmal hängen ihre Helgoland-Fotografien auch auf den anreisenden Schiffen.


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Und die See riecht nach Kuchen…

Da ist Wind, Langsamkeit, Meer. Zeit zu Lesen, was man schon immer wollte. Schon die Anreise als Urlaub genießen. Den Heimatort von James Krüss entdecken. Robben gucken auf der Düne. Entdecken der Helgoländer Spezialitäten. Wellness. Entspannen. Vergangenheit (neu) sehen. Oder einfach vergessen. Mal nicht gestört werden. Dem Kind eine Insel schenken - oder sich selbst.

Ich bin, wo mich niemand vermutet.

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